Stellungnahme der Fraktion der Wülfrather Gruppe

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, sehr geehrte Damen und Herren, auch die Wülfrather Gruppe wird der Verwaltungsvorlage zustimmen, das Bürgerbegehren ist nicht zulässig.

Ich schließe mich ausdrücklich den Ausführungen von Herrn Effert bezüglich der Informationspolitik an. Das hätte ohne wenn und aber besser laufen müssen. Es sind zwar schon fast alle Argumente ausgetauscht worden, dennoch möchte ich kurz zur Gesamtproblematik aus Sicht der Wülfrather Gruppe Stellung nehmen. Die Entwicklung der letzten 5 Jahre hat gezeigt, dass mehrfache Versuche eine Stadtentwicklung mit Stadthalle darzustellen zum Scheitern verurteilt waren. Dennoch hat der Rat immer alle Hebel in Bewegung gesetzt, die Halle zu halten. Als sich nunmehr aus finanziellen und städtbaulichen Gründen eine Entwicklung mit Stadthalle nicht mehr darstellen lies, haben sich fast alle Fraktionen dazu entschieden, zukünftig ohne Halle zu planen. Als ich von der Klausurtagung im Frühjahr in der Fraktion berichtete, dass eine Planung nur ohne Stadthalle realistisch ist, gab es auch bei uns lange Gesichter, in der Fraktion und im Verein. Auch bei uns hat die Stadthalle viele Fans.

Wir haben den Wegfall der Halle sehr kontrovers diskutiert, das haben – da bin ich mir sicher – alle Fraktionen getan. Nach dem intensiven Austausch aller Argumente sind wir zu dem Schluss gekommen, zukünftig auf die Halle zu verzichten. Und ich betone: Niemandem ist das leicht gefallen.

Aber klar ist natürlich auch, ebenso wenig hat niemand ein Interesse an einer weiteren Bauruine.

Die Neue Mitte umfasst ja auch nicht nur das Einkaufszentrum. In die Planung einbezogen werden das Bunkergrundstück, das ehemalige TIW-Gelände (Rademacher) und das Autohaus Beuteführ (alle im Eigentum der GWG). Darüber hinaus eventuell noch das Hotel Bovensiepen. Mit Mitteln aus dem Konjunturprogramm soll der Spring mit über 300.000 Euro, mit Mitteln aus dem Städtebauförderungsprogramm die Fußgängerzone mit 1 Mio. Euro ausgebaut und verschönert werden. Im Spring wird die Sicht in die Fußgängerzone verbessert und die komplette Pflasterung erneuert, die Fußgängerzone wird auch neu gepflastert und seniorengerecht ausgebaut, es werden Ruhepole und Kinderplätze geschaffen. Das Ganze wird dann viel großzügiger wirken und an die „Neue Mitte“ angebunden sein.

Wir geben einen Veranstaltungsort auf, nicht die Kultur. Kultur ist aber auch der Umgang
miteinander. Der heutige Abend hat mir gezeigt, dass wir doch alle für Wülfrath unterwegs sind und es uns alle nicht leicht machen. Daher hat es auch Niemand verdient, beschimpft zu werden. Die Wülfrather Gruppe hat sich für den Umbau der Sporthalle Goethestraße in eine Multifunktionshalle ausgesprochen, bis die Kommunalaufsicht aus nachvollziebaren Gründen, schlicht und ergreifend für Wülfrath nicht bezahlbar, diese Absicht beendete. Und wie gesagt, durchaus nachvollziehbar. Wir können nicht ein finanzielles Loch zuschütten mit der Erde, mit der wir ein neues Loch graben.

Auch kann man durchaus der Meinung sein, wie in einem Fernsehbeitrag des WDR zu hören war, dass man überall einkaufen kann und Rewe und Aldi in jeder Stadt sind. Unsere Meinung ist das nicht. Wir halten das für falsch. In Zeiten der immer älter werdenden Bevölkerung sind Einkaufsmöglichkeiten zentral in der Stadtmitte unerlässlich. Da sowohl Rewe wie auch Aldi ihre Läden in der Innenstadt aufgeben wollen, da sie nicht mehr groß genug sind, um sich zu rechnen, sehen wir das alte Rathausgelände nebst Stadthalle als einmalige Chance an, die sonst keine Stadt hat.

Lassen Sie uns diese Chance ergreifen und zwar gemeinsam für Wülfrath.
Vielen Dank

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